Mit dem „Playbook“ ist auch Blackberry in den Tablet-Markt eingestiegen. Dabei gehen die Kanadier wie auch schon im Smartphone-Bereich ihre eigenen Wege. Das Playbook ist weder ein iPad-Clone, noch hat man sich der Android-Riege angeschlossen.

Tablet OS, das Betriebssystem des Playbook, ist eine Eigenentwicklung von Blackberry, was sich im Betrieb dann auch deutlich bemerkbar macht. Man hat den Displayrahmen in die Bedienung mit einbezogen, um oben eine Art Statusleiste und unten die App-Symbole für einen schnellen Start unterzubringen. Außerdem zieht man zum Beispiel mit einem vertikalen Fingerstreich ein Kontextmenü auf. Für Umsteiger ist sowas vielleicht ungewohnt, aber dennoch durchaus durchdacht.

Angetrieben wird das Playbook von einem Dualcore-Prozessor von ARM mit 1,0 GHz Taktfrequenz. In Kombination mit dem BlackBerry Tablet OS liefert diese CPU genügend Power, um selbst HD-Videos und aufwändige Tools zügig zu laden und ruckelfrei zu nutzen. Das 7 Zoll Tablet bleibt mit seinem Gewicht von nur 430 Gramm dabei stets handlich, wozu auch die gummierte Rückseite beiträgt. Auch das Display hinterlässt mit seiner bemerkenswert hohen Leuchtkraft einen sehr guten Eindruck.

Entscheidend ist bei einem Tablet natürlich auch, was man damit machen kann. Und damit kommen wir zum größten Nachteil des Playbook: die geringe Zahl verfügbarer Apps. Im Laufe des Jahres soll daher ein Emulator erscheinen, mit dem dann nahezu alle Android-Apps laufen sollen. Das könnte dieses Problem lösen. Bis dahin sieht es weiterhin mager aus, im Vergleich zur Android- und iOS-Welt.

Außerdem fehlen dem Playbook Anwendungen für E-Mail, Kontakte und Termine. Für diese Aufgaben ist es auf ein vorhandenes Blackberry-Smartphone angewiesen. Dem Tablet fehlt dementsprechend ein eigenes UMTS-Modul. Und sämtliche Daten wie Kontakte, Termine, E-Mails, Notizen, Aufgaben und sogar Dateien werden nur zwischengespeichert. Sobald das Smartphone außer Reichweite ist, werden diese Daten im Cache des Playbook automatisch gelöscht.

Hintergrund ist die Überlegung, dass man das Playbook, im Gegensatz zu einem Blackberry-Smartphone, auch mal aus der Hand gibt, zum Beispiel für Präsentationen. Sensible Daten können durch das Blackberry-Konzept nicht in die – sprichwörtlichen – falschen Hände fallen. Wie wir berichtet haben, hat das Playbook dafür sogar das begehrte FIPS 140 Zertifikat erhalten und erfüllt damit die Sicherheitsstandards der US-Amerikanischen Regierung.

Wenig überraschend wendet sich Blackberry mit ihrem ersten Tablet wiederum an die gewohnte Ziegruppe: All jene, die von Berufs wegen mobile Technik einsetzen und denen Zuverlässigkeit und Sicherheit wichtiger ist als die aktuellste „Killer-App“. Diese bekommen mit dem Playbook auch ein sehr gutes Tablet mit einem durchdachten Gesamtkonzept. Für den Freizeit-pad’ler allerdings stehen möglicherweise geeignetere Alternativen bereit.